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Auch wenn der R217A08 von Eletechsup als COM-Port-IO-Controller beworben
wird, besitzt er nur acht Ausgänge und keine Eingänge. Allerdings lassen sich
relativ einfach drei bis vier Eingänge nachrüsten, dazu später mehr. Die
Kommunikation erfolgt wie bei klassischen Modems über eine serielle
Schnittstelle mit AT-ähnlichen Befehlen. Von daher lässt sich das Modul sowohl
mit aktueller als auch mit sehr alter Hardware betreiben, was es besonders für
Retro-Computing interessant macht. Die Ausgänge sind TTL-Signale und können
keine Lasten direkt schalten, in der Regel verwendet man das Modul daher zum
Ansteuern von Relaiskarten.
Technische Daten:
Versorgungsspannung je nach Ausführung 5V oder 12V-24V, 8 Low- oder High-Level
TTL-Ausgänge
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Viele Relaisboards aus dem Mikrocontrollerbereich nutzen eine Low-Level-Trigger-Schaltung und können so direkt an den Controller angeschlossen werden, da auch dieser in der Ausgangsstellung ein High-Pegel besitzt. Benötigt man ganz klassisch einen Low-Pegel beim Start, so kann man eine Lötbrücke (Löt-Jumper 1) auf dem Board setzen.
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Weitere Eigenschaften des Controllers können der originalen Kurzanleitung vom
Hersteller entnommen werden.
Über die UART-Pins (TxD und RxD) können
USB-UART-Adapter angeschlossen werden. Somit kann das Modul auch an moderne PC's
ohne COM-Port angeschlossen werden. Man könnte auch einen USB-COM-Adapter
(RS232) verwenden.
RS232 IO Controller Manual (PDF)
Der Controller kennt insgesamt 8 Befehle: Open, Close, Momentary,
Self-locking, Interlock, Delay, All Relays Open und All Relays Close. Diese
lassen sich entweder als ASCII-Code oder im HEX-Format an den entsprechenden
COM-Port senden. Die Kommunikation erfolgt mit folgenden COM-Port-Parametern:
- 9600 baud (Übertragungsgeschwindigkeit), 8 Data
Bits (Datenbits),
None Parity (keine Paritätsprüfung), 1 Stop Bit
(Stoppbit)
Zum Testen kann zum Beispiel das Terminalprogramm PuTTY
verwendet werden. Das geht so:
- PuTTY starten
- bei "Connection type"
Serial auswählen
- Links im Menü bei "Connection" auf "Serial" klicken
-
Im Feld "Serial line to connect to" den gewünschten COM-Port eintragen (z. B.
COM3)
- Im Feld "Speed (baud)" 9600 eingeben
- Data bits: 8
- Stop bits:
1
- Parity: None
- Flow control: None
Zum Abschluss auf den Button
[Open] klicken.
Im Terminalfenster kann nun durch Eingabe von beispielsweise
AT+O1 der Ausgang 1 von High auf Low geschaltet werden. Bei der
Eingabe der Befehle muss Groß-/Kleinschreibung beachtet werden! AT+C1
setzt den Pin wieder auf Low.
| Pin Nr. | Open (Low-Pegel | Close (High-Pegel) |
| 1 | AT+O1 | AT+C1 |
| 2 | AT+O2 | AT+C2 |
| 3 | AT+O3 | AT+C3 |
| 4 | AT+O4 | AT+C4 |
| 5 | AT+O5 | AT+C5 |
| 6 | AT+O6 | AT+C6 |
| 7 | AT+O7 | AT+C7 |
| 8 | AT+O8 | AT+C8 |
Eine komplette Befehlsübersicht kann dem Originaldokument des Herstellers
entnommen werden.
Befehlsübersicht R217A08 (PDF)
Da der COM-Port von Haus aus nur 3 Ausgänge bietet, ist dieser IO-Controller für etwas umfangreichere Steuerungen interessant. Jedoch besitzt er keine Eingänge, weshalb er streng genommen gar nicht das Präfix IO verdient. Da zur Kommunikation nur die Pins TxD und RxD genutzt werden, können die Pins DCD, DSR, CTS und bedingt auch RI als Eingänge genutzt werden.
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Näheres zum COM-Port und wie die Eingänge genutzt werden können, ist
hier zu entnehmen.
Das Modul lässt sich ohne weitere Libraries im eigenen Delphi-Programm ansteuern. Dazu kann folgende Procedure verwendet werden:
Der Aufruf erfolgt dann so:
Hier mal ein kleines Demo-Programm und dessen Quellcode (Delphi XE).
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R217A08 I/O Demo-Programm
R217A08 I/O Demo Source
Code (85 KB)
Die Ansteuerung mittels QBasic gestaltet sich sehr einfach, lediglich drei Zeilen Code sind notwendig. Man könnte sogar noch auf die dritte Zeile verzichten wenn das Programm im Anschluss ordentlich geschlossen wird, aber der lieben Ordnung halber kommt das Close rein.
Auf meinem
COMPAQ Contura Aero hatte
ich Probleme, die Ansteuerung in DOS via ECHO umzusetzen. Darum habe ich mir die
kleine Anwendung SENDCOM.EXE geschrieben, um die Befehle aus einer Batchdatei
heraus senden zu können.
SENDCOM binary + source (19 KB)
Hier ein Beispiel in Turbo Pascal: Zwar etwas aufwendiger als in QBasic, aber immer noch gut überschaubar und dank einer Unterprozedur lässt sich der zusätzliche Aufwand bei mehrfacher Verwendung im Programm auf ein Minimum reduzieren.
Wer sich selbst ein Gehäuse entwerfen möchte oder das Modul in eine bestehende Gehäuse-Konstruktion integrieren möchte, kann hier die CAD-Daten herunterladen. Die Daten liegen als IGES, STEP und STL vor.
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1-Kanal Relais-Modul 3D-CAD-Modell
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