Tech-Ecke / Gutbrod / Drehzahlregler MAG 1023/1030/1040

  Drehzahlregler MAG 1023/30/40

Der Drehzahlregler am MAG 1023/30/40 dient nicht nur um die maximale Drehzahl zu begrenzen, sondern er regelt über den gesamten Drehzahlbereich und stabilisiert auch bis hinunter zur Standgasdrehzahl. Deshalb ist für eine ausgeglichene Laufkultur die einwandfreie Funktion des Reglers unerlässlich. Den Drehzahlregler zu verändern oder gar zu umgehen ist also keine gute Idee und sollte nur in Ausnahme- und Notfällen in Betracht gezogen werden.



Der Aufbau

Im inneren des Motors sitzt der Fliehkraftsteller (52-57). Dieser hat zwei Schwungmassen (2x 55), eine Schiebehülse (57) und wird durch ein Zahnrad (54 - über Nockenwelle) angetrieben. Der innere Reglerheben (41) liegt über seine „Fahne“ an der Schiebehülse (57) an und ist über dessen Welle im Motorblock gelagert. Die Schiebehülse (57) kann den Reglerhebel (41) nur begrenzt bewegen/drehen, da die Anschlagschraube (43) hier nur wenige Grad Drehung zulässt. Auf der Welle des inneren Reglerhebels (41) sitzt der Äußere Reglerhebel (50). An diesem wiederum wird die Reglerfeder (39) und gegenüber die Reglerstange (34) befestigt, die wiederum die Drosselklappe des Vergasers ansteuert. Betrachtet man den äußeren Reglerhebel (50) als Wippe, so wird auf der linken Seite die Reglerstange (34) zum Ansteuern der Drosselklappe und auf der gegenüberliegenden Seite der Gaszug über die Reglerfeder (39) eingehagen . Zum Schluss wäre noch die Kabelrückzugsfeder (28) zu nennen, die zum einen dafür sorgt dass die Seele des Bowdenzugs beim Wegnehmen vom Gas zurückgezogen wird, aber auch dafür sorgt das der äußere Reglerhebel (50) zurückgestellt wird.

Funktionsweise bei Motor Aus

Beim Gasgeben wird der Reglerhebel (50), über den Gaszug und Reglerfeder (39) entgegengesetzt des Uhrzeigersinn gedreht bis dieser zum Anschlag kommt. Die Drosselklappe ist dann maximal geöffnet. Die Reglerfeder (39) sollte sich bis zum Anschlag der Drosselklappe nicht längen. Gibt man darüber hinaus weiter Gas, so wird die Reglerfeder (39) vorgespannt und längt sich. Der Anschlag des Reglerhebels (50) ergibt sich durch die maximale Rückstellung des Fliehkraftstellers (52-57), also Schiebehülse (57) ganz eingefahren in Richtung Zahnrad (54) und Fliehkraftgewichte (55) eng anliegend. Nimmt man das Gas wieder zurück, so verliert zunächst die Reglerfeder (39) ihre Vorspannung und danach dreht sich der Reglerhebel (50) im Uhrzeigersinn, angetrieben von der Kabelrückzugsfeder (28) wieder zurück in die Ausgangslage, also Drosselklappe maximal geschlossen (Standgas).

Funktionsweise bei Motor An

Beim Gasgeben wird der Reglerhebel (50) entgegengesetzt des Uhrzeigersinn angetrieben, wird jedoch vom Fliehkraftsteller (52-57) daran gehindert, wodurch sich die Reglerfeder (39) etwas längt und somit vorspannt. Erhöht man durch weiteres Gas geben die Vorspannungsgraft der Reglerfeder (39), soweit bis diese größer ist als die Gegenkraft der Schiebehülse (57) des Fliehkraftstellers (52-57), so dreht der Reglerhebel (50) weiter und öffnet die Drosselklappe. Dadurch steigt die Drehzahl des Motors und mit ihm auch die des Fliehkraftstellers und letztlich dann auch die Kraft der Schiebehülse (57) gegen die Reglerfeder (39). Das System pendelt sich hierdurch gemäß der vorgegebenen Gasstellung in einer bestimmten Drehzahl ein.

Erfährt der Motor nun Last und die Drehzahl senkt sich ab, so verringert sich auch die Schiebehülsenkraft gegen die vorgespannte Reglerfeder (39). Dadurch kann der Reglerhebel (50) weiter drehen und die Drosselklappe entsprechend weiter öffnen bis sich das System wieder einpendelt. Der Motor gibt also selbsttätig Gas und versucht seine Drehzahl beizubehalten. Umgekehrt wird aber auch bei Lastabfall das Gas wieder zurückgenommen um die Drehzahl beizubehalten.

Alle Komponenten des Reglers (26-57), insbesondere die Federn (39 und 28) sind genau aufeinander abgestimmt. Wird diese Balance z.B. durch starke Verschmutzung, Schwergängigkeit der Kabelrückzugsfeder (26 in 28) oder gedehnte Reglerfeder (39) gestört, so kann das System nicht mehr sauber arbeiten, was sich dann negativ auf die Laufkultur des Motors auswirkt.

Funktion prüfen und Störungen beseitigen

Ist hier augenscheinlich alles OK, drückt man als nächstes auf die linke Seite des Reglerhebels (50), dort wo die Reglerstange (34) eingehängt, so dass sich die Drosselklappe öffnet. Lässt man nun den Reglerhebel (50) wieder los, so muss sich dieser wieder selbsttätig in die Ausgangsstellung zurückstellen und folgendes gegeben sein:

Bei Motor aus und Gas vollständig zurückgenommen sollte die Kabelrückzugsfeder (28) über Reglerfeder (39), Reglerhebel (50), Reglerstange (34) in Richtung geschlossene Drosselklappe drücken. Erkennt man hier eine Lose, also so dass die Drosselklappe ohne jegliche Gegenkraft öffnen kann, so löst man zunächst die Feststellschraube (45) des Reglerhebels (50) und wiederholt die Prüfung.
Verhält sich nun das System wie gewollt kann mit dem Punkt Einstellen des Drehzahlreglers fortgefahren werden, ansonsten hier weiterlesen.

Die häufigste Ursache bei augenscheinlich vollständiger und unversehrter Regelung ist ein schwergängiger Gaszug oder/und eine verschmutze/verrostete Kabelrückzugsfeder.

Hat man wieder alles zusammengesetzt und es stellt sich immer noch nicht die gewünschte Funktion ein, so sollte man sich die Einhängung der Reglerfeder (39) im Reglerhebel (50) genau anschauen. Je nach Beschaffenheit des Eihängehakens der Feder (39) und Verschleißerscheinungen des Einhängelochs am Reglerhebel (50) kann die Feder den Druck der Kabelrückzugsfeder (28) nicht weitergeben und kippt seitlich weg. Hier kann man eventuell die Öse etwas modifizieren oder das Ausgeschlagene Loch im Reglerhebel (50) instand setzen. Eine weitere Ursache kann auch eine verbogene Reglerstange (34) sein, welche nicht mehr ihre gestreckte Länge erreicht, oder auch extrem ausgeschlagene Einhängebohrungen des Reglerhebels (50) und Drosselklappe in Verbindung mit eingelaufene Einhängeenden der Reglerstange (34). Hier kann man versuchen die Einhängungslöcher wieder instand zu setzen, oder durch aufziehen eines kleinen Schrumpfschlauches auf die Einhängeenden der Reglerstange (34) das Spiel zu verringern. Auch die Anfertigung einer etwas längeren Reglerstange (34) aus Schweißdraht kann hier Abhilfe schaffen.

Einstellen des Reglers

 Zum Einstellen des Reglers löst man zunächst die Feststellschraube (45) des Reglerhebel (50). Danach prüft man die Funktion wie >>Hier<< beschrieben.
Der Reglerhebel befindet sich in der Standgas-Position, also Gas ganz zurückgenommen und Drosselklappe komplett geschlossen.
Nun dreht man mit einem Schlitzschraubendreher den inneren Reglerhebel (41) im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag. Zur Kontrolle dreht man dann noch einmal entgegen den Uhrzeigersinn und wieder komplett zurück drehen, der Drehwinkel sollte nur wenige Grad betragen. Jetzt hält man den inneren Reglerhebel (41) mit dem Schraubendreher auf Position während man die Feststellschraube (45) wieder anzieht.

Hinweis! Mit dieser Vorgehensweise, die übrigens so auch im Werkstatthandbuch von Gutbrod beschrieben wird hatte ich lange keine Probleme. Bis auf einmal ein Traktor, trotz mehrfachem Einstellen und Überprüfen aller Komponenten seine Drehzahl nicht halten wollte. Also bei minimaler Gashebelstellung und ohne Last schaukelte sich die Drehzahl immer höher und höher und unter Last brach die Drehzahl dann direkt wieder ein. Also genau so als würde der Drehzahlregler nicht arbeiten, obwohl aber alles zu passen schien. Nach langem Rätseln und Inspizieren fiel auf einmal der Groschen. Die inneren Komponenten des Drehzahlstellers (52-57) waren bei diesem Traktor wohl in einer ungünstigen Toleranzlage gefertigt oder einfach nur stark verschlissen. Dadurch griff die Regelung leicht verzögert ein, also der Gegendruck kam erst ca. 0,5 – 1° später als er sollte. Diese Geringe Drehung reicht aus um der Drosselklappe so viel ungeregeltes Spiel zugeben, dass der Motor die Drehzahl nicht halten konnte. Ohne Last reicht bereits ein geringes Öffnen der Drosselklappe um die Drehzahl hoch ansteigen zu lassen.

Abhilfe schaffte hier vor dem Anziehen der Feststellschraube (45) den Reglerhebel (41) wieder minimalst entgegen den Uhrzeigersinn zu drehen um somit das Spiel herauszunehmen, seitdem Regelt er wieder einwandfrei

Die Option Drucken funktioniert erst ab Netscape V4.0 bzw. I-Explorer 5.0 !"
[letzte Aktualisierung 13.04.2020]