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     Diagnosetools

Neben der Fehlerdiagnose ohne Hilfsmittel über die Check-Engine-Kontrollleuchte gibt es noch weitere und vor allem tiefer greifende Diagnosemöglichkeiten.
 

 

Fehlercodes auslesen via Boardmittel:

Fehler Auslesen:

Zum auslesen der Fehler brückt man zunächst die Anschlüsse A und B der Diagnosebuchse mit einer aufgebogenen Büroklammer bei ausgeschalteter Zündung.

Die Buchse befindet sich in der Mittelkonsole hinter der Blende des Zigarettenanzünders. Nun schaltet man die Zündung ein (Motor nicht anlassen) und beobachtet die Motorkontrollleuchte (Engine Service Light). Diese sollte nun einmal aufblinken, kurze Pause, dann zweimal hintereinander (ergibt 12), etwas längere Pause und dann wieder von vorne, insgesamt 3x zur Einleitung.

1x 2x - Pause - 12x - Pause - 1x 2x - Pause      > Einleitung

Sollten Fehler anstehen so werden diese nun ebenfalls je 3x hintereinander wiederholt. Z.B. wenn der Fehlercode 22 anstehen würde dann würde das wie folgt dargestellt werden:

2x 2x - Pause - 2x 2x - Pause - 2x 2x - Pause      > Fehlercodes

Zum Abschluss wird der Code 12 nochmals 3x wiederholt. Was also bedeutet wenn kein Fehler ansteht wird der Code 12 6x hintereinander ausgegeben.

Hier nun eine Tabelle aller möglichen Fehlercodes vom 2.5L L4 und ihre Bedeutung:

12 keine Referenz-Impulse (Motor läuft nicht) 34 Saugrohrdrucksensor unplausibel hoher Unterdruck
13 Lambdasonde Schaltkreis 35 Leerlaufregler (IAC)
14 Kühlflüssigkeitssensor unplausibler Wert 42 elektronische Zündverstellung
15 Kühlflüssigkeitssensor Schaltkreis 44 Gemisch zu mager
21 Drosselklappensensor Schaltkreis 45 Gemisch zu fett
22 Drosselklappensensor unplausibler Wert, Justieren? 51 ECM-Prom
24 Geschwindigkeitssensor Schaltkreis 55 Steuergerät (ECM) Fehler
33 Saugrohrdrucksensor (MAP) unplausibel niedriger Unterdruck    

Fehler Löschen:

In der Tat benötigt man zum Auslesen und Löschen der Fehlercodes kein Diagnosegerät ganz im Gegensatz zu heutigen Fahrzeugen. Um alle Fehler vom Steuergerät (ECM) zu löschen muss man lediglich die Batterie für einige Minute abklemmen. Wissen sollte man jedoch das hiermit auch die "erlernten" Informationen verloren gehen, welche das Steuergerät gesammelt hat um eine optimale Motorsteuerung zu gewährleisten. Diese wird sich das Steuergerät zwar wieder aneignen, jedoch kann es in der Anlernphase zu sonst ungewohnten Symptomen führen. Hier gilt erst mal das Fahrzeug einige Kilometer in unterschiedlichen Fahrsituationen zu bewegen bevor man versuch seine Schlüsse über das neue/ungewohnte Verhalten zu ziehen. Z.B. kann sich das Standgas, je nach Stellung des Standgasstellers (IAC) beim Abnehmen der Batterie zunächst ungewohnt hoch einstellen, dies wird sich jedoch nach kurzer Fahrt wieder geben. 

 

WinALDL Software:

Eine der beliebtesten Softwarelösungen ist WinALDL von Jonas Bylund. Hiermit lassen sich nicht nur Fehlercodes auslesen und löschen sondern auch alle Sensordaten in Echtzeit (zumindest in der Abtastrate des Steuergerätes) ausgeben. Zur Kommunikation zwischen Rechner und Steuergerät (ECM) wir ein Adapterkabel benötigt welches sich relativ einfach selbst erstellen lässt. Das ist ein echter Pluspunkt. Die 12 polige Diagnosebuchse befindet sich in der Mittelkonsole, hinter der Blende des Zigarettenanzünders. Zur Diagnose werden lediglich Masse (Pin A) und der Datenkanal (Pin E) benötigt (siehe auch Pinbelegung). Rechnervoraussetzung ist ein Windows PC (ab Win 95*) mit einer 9-poligen RS232 (Serial/COM) Schnittstelle. Moderne PC besitzen diese Schnittstelle schon länger nicht mehr, jedoch kann man diese per USB-Serial-Adapter für schmales Geld nachrüsten. Die 12V Spannung welche vom Adapterkabel benötigt werden kann man sich übrigens vom benachbartem Zigarettenanzünder abgreifen. 

Als Ergänzung sollte man hier noch das unabhängige Zusatztool  ALDLView nennen. WinALDL erlaubt es alle Sensordaten in eine fortlaufende Log-Datei zu schreiben welche dann mit ALDLView grafisch angezeigt werden kann.

*) auch wenn WinALDL prizipiell bereits ab Windows 95 lauffähig ist fehlen dem System eventuell folgende System-Dateien die jedoch nachträglich aufgespielt werden können: Msflxgrd.ocx und OLEAUT32.DLL. Die DLL datei kann direkt im WinALDL Verzeichnis abgelegt werden, OCX muss ins Systemverzeichnis ...\Windows\System\ gepackt und registiert werden. Letzteres geschieht mit dem Konsolenbefehl: regsvr32 \windows\system\Msflxgrd.ocx (im Verzeichnis ausführen wo auch die .OCX liegt)  

 

ALDLdroid App:

Trotz betagtem Standard gibt es tatsächlich einen Bluetooth-Adapter für die ALDL-Buchse welcher es erlaubt die Daten an ein Android Smartphone zu senden. Mir ist jedoch nur eine Bezugsquelle (USA) bekannt - 1320 Electronics LLC. Als Software kommt hier z.B. ALDLdroid in Frage was man sich im Playstore herunterladen kann. Zum Betrieb wird hier noch eine fahrzeugspezifische Konfigurationsdatei benötigt.

 

Standalone Gerät:

Neben den Softwarelösungen gibt es auch Handheld-Diagnosegeräte welche mehr als nur gesetzte Fehlercodes anzeigen und löschen können. Eines ist z.B. das ScanTool CP9110 von Actron. Neben dem CP9110 selbst benötigt man noch die passende Steckkassette CP9111 für GM Fahrzeuge von Bj.1984-95. Das Gerät wird schon lange nicht mehr vertrieben aber ab und zu findet man dennoch ein gebrauchte Exemplare im Netz.

 

 

Weitere Tools:

Der Vollständigkeit halber seinen hier noch die Scanntools von Oliver Scholz erwähnt und das Tuningpaket RT Tuner von C.A.T.S. und TunerPRo sowie die Konsolenanwendung TurboLink von Ken Mosher.

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[letzte Aktualisierung 07.12.2018]